LPH 1-9
BGF 6.586 qm
BRI 27.000 cbm
22,2 Mio Euro Gesamtkosten
2025 - 2028

nächstes Projekt

Dienststelle Landratsamt Höchstadt

Neubau eines modernen Verwaltungsstandorts - Dienststelle Landratsamt Erlangen- Höchstadt a. d. Aisch

Zentrale Mitte und flexible Verwaltungsstruktur
Das Gebäude gliedert sich in zwei Flügel, die über ein zentrales, großzügiges Atrium miteinander verbunden sind. Das Atrium bildet die räumliche Mitte des Hauses. Hier werden Besucher empfangen, orientieren sich intuitiv und gelangen von dort aus in die jeweiligen Sachgebiete.
Die Büroorganisation folgt einer klar strukturierten Zellenbürostruktur. Sämtliche Arbeitsplätze sind entlang der Fassaden angeordnet und profitieren von natürlicher Belichtung. In der Mittelzone befinden sich dienende Räume wie Teeküchen, Zwischenarchive, Sanitärbereiche und Kopierräume.
Die publikumsintensiven Bereiche – darunter Jobcenter, Kfz-Zulassung und das Sachgebiet Soziales – liegen im Erdgeschoss. Zusätzliche Nebeneingänge ermöglichen kurze Wege und eine Entzerrung der Besucherströme.
Ein zweigeschossiger Mehrzweckraum ergänzt das Raumprogramm. Er kann für Sitzungen, Versammlungen und Veranstaltungen genutzt werden und lässt sich sowohl zum Atrium als auch zum Außenraum öffnen. Dadurch entsteht eine flexible Schnittstelle zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit.

Holz-Beton-Hybridbau für Sicherheit und Energieeffizienz
Der Neubau wird in Holz-Beton-Hybridbauweise realisiert.
Das massive Erdgeschoss wird ohne Unterkellerung ausgeführt und reagiert damit auf die Lage im Hochwassergebiet. Die Höhenlage des Erdgeschosses berücksichtigt alle bekannten Hochwasserszenarien. Trotz Geländemodellierung bleibt die Erschließung vollständig barrierefrei.
Aus statischen und brandschutztechnischen Gründen werden Treppenräume und Mittelzone in Stahlbeton errichtet. Tragende Decken und Fassadenelemente bestehen aus Holz. Diese Kombination verbindet konstruktive Sicherheit mit ressourcenschonender Materialwahl.
Das Energiekonzept basiert auf einer Geothermieanlage mit 70 Erdwärmesonden. Wärmepumpen sowie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sichern Heizung und Kühlung. Die Dimensionierung erfolgte auf Grundlage hydrogeologischer Untersuchungen, einer Testsonde und einer Langzeitsimulation.
Eine Photovoltaikanlage mit rund 109 kWp auf den begrünten Dachflächen ergänzt das System. Der berechnete Primärenergiebedarf liegt bei etwa 27 kWh/(m²a). Ein Notstromaggregat ermöglicht einen autarken Betrieb für bis zu 72 Stunden.

Mobilität, Nebengebäude und funktionale Außenräume
Westlich des Gebäudes befinden sich 64 Kfz-Stellplätze mit zwei Zu- und Ausfahrten sowie Schrankensystem. 18 Stellplätze sind für Besucher vorgesehen, zwei sind barrierefrei. E-Ladestationen für Dienstfahrzeuge sind integriert.
Fahrradstellplätze für Besucher liegen unmittelbar am Hauptzugang. Überdachte Abstellmöglichkeiten für Mitarbeitende befinden sich auf der Gebäuderückseite.
Im Norden des Grundstücks ist ein Nebengebäude angeordnet. Dieses wird teilweise in Systembauweise als demontierbare Leichtbauhalle ausgeführt und dient als Lager für den Katastrophenschutz. Ein angrenzender Massivbau enthält die Verwahrstelle des Veterinäramtes sowie Technik- und Nebenräume.

Modellprojekt für moderne Verwaltungsarchitektur
Mit der neuen Dienststelle entsteht ein Verwaltungsbau, der funktionale Effizienz, Hochwassersicherheit und nachhaltige Bauweise vereint.Die kompakte Organisation auf vier Ebenen schafft Freiräume und stärkt die landschaftliche Einbindung zwischen Gewerbegebiet und offenem Umfeld.
Der Neubau reagiert auf wachsende Flächenbedarfe, steigende Anforderungen an Bürgernähe sowie auf die Notwendigkeit resilienter, energieeffizienter Gebäude.
Die Kombination aus Holz-Beton-Hybridbau, differenziertem Energiekonzept und klarer Raumstruktur steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Ressourcen. Die Dienststelle Höchstadt dient als Vorbild für moderne Verwaltungsarchitektur – flexibel, nachhaltig und langfristig erweiterbar.
Die DÖMGES Architekten AG begleitet das Projekt über alle Leistungsphasen 1–9 und verantwortet die ansprechende Architektur, funktionale Nutzung und Umsetzung der Konstruktion.